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"2009 war schwarzes Jahr für Datenschutz" |
(21.12.2009) •
Um die IT- und Datensicherheit in Unternehmen scheint es im Jahr 2009 noch immer schlecht bestellt – so das ernüchternde Fazit des Computersicherheitsspezialisten Sophos: Die Kette gravierender Fälle von Datenmissbrauch riss im ablaufenden Jahr nicht ab.
Millionen sensibler Daten wurden bewusst oder unbewusst gefährdet oder unzulässig verwendet. Zwar traten im September strengere gesetzliche Vorschriften in Kraft. Noch immer aber sind sich viele Firmen der vielfältigen IT- und Datensicherheitsrisiken nicht bewusst: Vorhandene Lösungen zur Sicherung der Daten werden bislang nur unzureichend genutzt und Mitarbeiter nur selten im richtigen Umgang mit sensiblen Daten geschult. Die Folge: Vertrauliche Geschäftsinformationen, viel Geld und der gute Ruf von Unternehmen stehen auf dem Spiel.
„Das Jahr 2009 war ein schwarzes Jahr für den Datenschutz und die Datensicherheit. Selbst weltweit tätige Großkonzerne haben offenbar den Umgang mit sensiblen und vertraulichen Kundendaten nicht im Griff“, kommentiert Sascha Pfeiffer, Principal Security Consultant bei Sophos.
Einige spektakuläre Datenpannen des Jahres 2009 im Überblick:
- Persönliche Daten von 18.000 DSDS-Bewerbern im Web einsehbar:
Im Februar 2009 waren Informationen zu Hobbys, Freizeit und Talenten von rund 18.000 Bewerbern der TV-Serie „Deutschland sucht den Superstar“ ungeschützt im Internet zugänglich.
- Kabel Deutschland verbreitet Kundendaten:
Der TV-Netzanbieter Kabel Deutschland hat im März Hunderttausende vollständiger Kundendatensätze per Excel-Dateien an Subunternehmer weitergegeben. Es war nicht mehr möglich, den Weg der Daten nachzuvollziehen.
- Einwohnermeldedaten über Jahre hinweg frei zugänglich:
Im Juni wurde bekannt, dass über mehrere Jahre personenbezogen Daten von Bürgern offen im Netz verfügbar waren, wie Familienstand, Geburtsdatum oder Religionszugehörigkeit. Ein Software-Dienstleister veröffentlichte versehentlich Zugangsdaten auf seiner Website, über die die Melderegister zahlreicher deutscher Kommunen einsehbar waren.
- Datendiebstahl bei sozialem Netzwerk SchülerVZ:
Im Oktober legte offenbar ein einzelner Täter Kopien der Profile einzelner SchülerVZ-User an und gab die kopierten Datensätze an Dritte weiter. Er bediente sich dabei eines Crawlers und hackte sich mit den normalen Log-in-Daten in das Netzwerk ein, um die Datensätze zu kopieren.
- Dienstleister verursacht größte Kreditkartenumtauschaktion:
Im November mussten über 100.000 Kreditkarten deutscher Kunden aus dem Verkehr gezogen werden, um Datenmissbrauch vorsorglich zu verhindern. Vorausgegangen war ein Datenklau in Spanien: Einem Dienstleister wurden unbestätigten Berichten zufolge die Daten tausender deutscher Kunden gestohlen. Schadensfälle sind noch keine bekannt.
Weitere Infos: Sophos
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